Der Physiker Jörg Wrachtrup von der Uni Stuttgart leuchtet bei der Leser-Uni der Stuttgarter Zeitung mit einem Laserpointer auf einen winzigen Diamanten. Foto: factum/Weise

April 24, 2015 / Stephan Hirschmann

Quantum physicists are awarded a contract

The Stuttgart physicist Jörg Wrachtrup and his colleagues will receive 40 million euros for a new building on the university campus in Stuttgart-Vaihingen.

Der Stuttgarter Physiker Jörg Wrachtrup und seine Kollegen erhalten 40 Millionen Euro für einen Neubau auf dem Uni-Campus in Stuttgart-Vaihingen. Dort wollen sie aus ihrer Grundlagenforschung heraus nützliche Produkte entwickeln – etwa winzige, präzise Sensoren.

Jörg Wrachtrup hat seinen Forschungsgegenstand immer in Reichweite: einen kleinen Diamantbrösel. Wenn der Physiker der Universität Stuttgart mit einem Laserpointer draufleuchtet, schimmert der Brösel rot auf. Schon ist man in den Welt der Quanten, also bei physikalischen Phänomenen, die auf atomarer Skala herrschen. Im Diamanten fehlt an einer Gitterstelle ein Kohlenstoffatom. Ein Elektron hat sich dort eingenistet und leuchtet rot, wenn Wrachtrup es mit dem Laser dazu ermuntert. Mehr noch: das Elektron arbeitet wie ein kleiner Kompass und reagiert empfindlich auf Magnetfelder. „Das könnte zu grundlegend neuen Bauteilen führen“, sagt Wrachtrup. Um die Grundlagenforschung in die Anwendung zu bringen, hat sich Wrachtrup mit Kollegen aus Physik, Elektrotechnik und Maschinenbaus zusammengetan.

 

Ein neues Zentrum für angewandte Quantentechnologien (ZAQuant) soll die Kompetenzen auf dem Vaihinger Campus der Universität Stuttgart bündeln. Der Wissenschaftsrat, ein Beratergremium der Politik, hat dazu am Freitag sein Plazet gegeben. Je zur Hälfte finanzieren Bundes- und Landesregierung den rund 40 Millionen Euro teuren Forschungsbau. 70 Mitarbeiter, entsandt aus rund einem Dutzend Instituten, sollen dort an Zukunftstechnologien arbeiten. „Die Chancen sind einmalig“ , sagt der Physiker Harald Giessen. Diese Kombination aus Grundlagenforschung in der Physik, elektrotechnischem Knowhow sowie Wissen um Materialien, Bauteile und Verbindungstechnik gebe es nur in Stuttgart. Mit dem neuen Zentrum habe Stuttgart seinen Standortvorteil genutzt, um auch in Zukunft in den Quantentechniken eine führende Rolle zu spielen.

Ganz vorn in der Quantenforschung spielen die USA, Großbritannien, Deutschland und Österreich mit, wobei in den angelsächsischen Ländern die Industrieforschung, etwa von Google, eine größere Rolle einnimmt. Die Universität Stuttgart kann durch die Investition ins ZAQuant Spitzenforscher in Stuttgart halten.

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